Farbauffrischung

Foto: Igor Korzh
Themen des Artikels
Haarfarbe auffrischen statt Färben
Warum überhaupt Haarfarbe auffrischen statt färben?
Warum poröses Haar mehr Farbe annimmt
Farbauffrischung im Überblick – welche Methoden gibt es?
Tönung
Intensivtönung
Glossing
Farbmaske
Häufige Fehler beim Auffrischen der Haarfarbe
Farbmaske richtig anwenden – Schritt für Schritt
Veröffentlicht
07.11.2025
Lesezeit
7 min.
Autorin
Sydney Heine
Haarfarbe auffrischen statt Färben
Direkt nach dem Friseurbesuch ist dein Haar seidig glänzend, die Farbe satt und lebendig. Und nur ein paar Wochen später? Der Glanz ist futsch, der Ton wirkt fahl – also jetzt schon wieder für hunderte Euro Nachfärben?
Gerade in den Übergangsjahreszeiten, wenn das Licht weicher wird und die Sonne seltener und tiefer scheint, verlieren viele Haarfarben scheinbar ihre Leuchtkraft. Ich verrate dir, wie du deine Haarfarbe ganz easy zu Hause auffrischen kannst – ohne direkt wieder den nächsten Colorations-Termin ausmachen zu müssen.

Foto: Nataliya Vaitkevich
Warum überhaupt Haarfarbe auffrischen statt färben?
Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass ein Haar ähnlich aufgebaut ist wie ein Tannenzapfen. Seine äußerste Schicht nennt man Schuppenschicht oder Cuticula. Bei jeder klassischen Färbung läuft ein Oxidationsprozess ab, bei dem sich diese Schicht öffnet, damit neue Farbpigmente ins Haarinnere gelangen und sich an der Haarrinde, dem sogenannten Cortex, anlagern.
Dieser Vorgang hat jedoch seinen Preis. Mit jeder Färbung wird die Haaroberfläche ein Stückchen rauer, Feuchtigkeit entweicht schneller und der natürliche Glanz der Längen geht nach und nach verloren. Besonders bei regelmäßigem Färben, Aufhellen oder Blondieren fühlt sich das Haar irgendwann trocken, stumpf und spröde an.
Anfangs wirkt der neue Farbton zwar intensiv und wunderschön glänzend. Das liegt an der hohen Pigmentdichte und daran, dass das Haar kurzzeitig von einer feinen Silikonschicht umhüllt wird, die es glatt und strahlend erscheinen lässt. Diese Schicht verschwindet jedoch mit der Zeit, durch Haarwäschen, Styling und äußere Einflüsse.
Anstatt das Haar erneut zu strapazieren, lässt sich die Farbe auch sanft auffrischen. Eine Farbmaske bringt die Pigmente wieder zum Leuchten, ohne die Struktur zu beschädigen. Sie legt sich wie ein pflegender Film um jedes einzelne Haar, spendet Feuchtigkeit, stärkt die Fasern und sorgt für Glanz und neue Farbbrillanz – ganz ohne den aggressiven Prozess einer Färbung.

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Warum poröses Haar mehr Farbe annimmt
Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass Friseurinnen beim Färben immer zuerst den Ansatz bepinseln und sich erst danach den Längen widmen. Das hat einen guten Grund. Frisches Haar am Ansatz ist noch jung, gesund und glatt – seine Schuppenschicht liegt eng an und schützt das Haarinnere perfekt. Mit der Zeit verändert sich das allerdings. Die äußere Struktur wird rauer, in der Schuppenschicht entstehen kleine Lücken und die Haarfasern verlieren ihre glatte Oberfläche. Man sagt dann, das Haar sei porös.
Poröses Haar hat nicht nur eine unebene Struktur, sondern auch eine stärkere negative Ladung. Das klingt vielleicht nach Chemieunterricht, ist aber ganz einfach erklärt. Alkalische Einflüsse – etwa durch kalkhaltiges Wasser, Shampoos oder chemische Behandlungen wie Blondierungen – verstärken diese Ladung. Und weil Farbpigmente meist positiv geladen sind, ziehen sich beide regelrecht an. In den stärker geschädigten Partien lagern sich die Farbmoleküle dadurch besonders intensiv an.
Beim Färben passiert bei porösem Haar also oft beides gleichzeitig. Erstens nimmt es die Färbeflüssigkeit blitzschnell auf – manchmal sogar zu schnell. Und zweitens verliert es die Pigmente genauso rasch wieder, weil die geöffnete Schuppenschicht sie kaum festhalten kann. Das erklärt, warum blondiertes oder stark behandeltes Haar nach einer Direkttönung oder Intensivtönung manchmal dunkler wirkt als gewünscht oder der Ton ungleichmäßig erscheint.
Um das Haar wieder in Balance zu bringen, hilft gezielte Pflege. Bonding-Produkte wie das Magic Plex 3 Bond Obtainer stärken die inneren Disulfidbrücken und geben dem Haar mehr Stabilität, damit es nicht bricht. Noch wichtiger sind aber regelmäßige Kuren mit Proteinen und Feuchtigkeit. Sie füllen die geschädigten Stellen auf, machen das Haar geschmeidig und sorgen dafür, dass Farbpigmente überhaupt halten können.

Foto: Igor Korzh
Wenn du unsicher bist, wie intensiv eine Farbkur wirken könnte, teste sie einfach zuerst an einer versteckten Strähne. Alternativ kannst du sie mit einer transparenten Pflegekur mischen, um die Pigmentdichte etwas abzuschwächen. So bekommst du ein gleichmäßigeres, kontrolliertes Ergebnis.
💡 Wichtig für gleichmäßige Farbergebnisse
Vorbereitung ist alles: Teste Farbauffrischer immer zuerst an einer unauffälligen Strähne, um zu sehen wie dein gefärbtes Haar reagiert.
Pigmentdichte anpassen: Wenn du ein sanfteres Ergebnis wünschst, mische eine Farbkur einfach mit einer transparenten Haarkur. Das reduziert die Intensität, ohne den Glanzeffekt zu mindern.
Farbauffrischung im Überblick – welche Methoden gibt es?
Zwischen Shampoo, Conditioner, Masken, Color Refreshing Masks, Glossings und Tönungen verliert man im Produktdschungel schnell mal den Überblick. Dabei gibt es für fast jedes Bedürfnis die passende Methode, um der Haarfarbe wieder mehr Strahlkraft zu schenken – je nachdem, wie stark der Effekt und wie lang die Haltbarkeit sein soll.
Wenn du selbst zu Hause mit Farbe experimentierst (außer mit einer Farbmaske), kann das eine spätere Coloration beim Friseur beeinflussen. Manche Pigmente bleiben nämlich länger im gefärbten Haar, als man denkt – und das kann das Endergebnis verändern. Hier bekommst du den kompletten Überblick über die gängigsten Möglichkeiten, um deine Farbe aufzufrischen.
Tönung
Eine Tönung bzw. Direkttönung ist perfekt, wenn du deinem Haar neuen Glanz schenken willst, ohne die Struktur zu belasten. Dabei lagern sich die Farbpigmente an der Haaroberfläche an – ganz ohne Oxidationsprozesse. Das Ergebnis hält etwa fünf Wochen beziehungsweise bis zu 15 Haarwäschen. Viele Direkttönungen enthalten pflegende Öle oder pflanzliche Inhaltsstoffe, die das Haar geschmeidig machen und ihm einen seidigen Schimmer verleihen. Ideal, wenn du deine aktuelle Haarfarbe einfach auffrischen oder leichte Farbstiche ausgleichen möchtest.
💡 Tipp für den Farbausgleich
Aschige Direkttönungen mit grünem Unterton neutralisieren Rotstiche im braunem Haar.
Blaue oder violette Pigmente helfen gegen warme Gelb- oder Orangestiche im blondem Haar.
Intensivtönung
Intensivtönungen sind so etwas wie das Upgrade zur klassischen Tönung. Sie halten länger (sechs bis acht Wochen bzw. bis zu 24 Haarwäschen) und bringen kräftige Farbergebnisse. Im Gegensatz zur reinen Direkttönung enthalten sie sanfte Entwickler, die minimale Oxidationsprozesse auslösen und damit sogar leicht hellere Ergebnisse erzeugen können – dabei sind sie trotzdem deutlich schonender als eine permanenten Coloration.
Ideal für dich, wenn du merkst, dass dein Farbton schon etwas fahl geworden ist oder du deine Haarfarbe etwas vertiefen möchtest. Besonders rötliche oder dunkle Nuancen lassen sich gut zu Hause anwenden.
Was du von einer Intensivtönung erwarten kannst:
Deckt graues Haar bis zu 80 % ab.
Verdunkelt die Naturhaarfarbe um bis zu drei Nuancen.

Foto: Igor Korzh
Glossing
Ein Glossing funktioniert wie ein schützendes, glättendes Finish, das sich mit einem feinen Silikonfilm über das Haar legt. Es sorgt für Spiegelglanz, schließt die Schuppenschicht und bringt Lichtreflexe zum Glühen.
Manche Varianten sind farblos, andere enthalten feine Pigmente, die subtile Perl- oder Pastellnuancen erzeugen. Es hält rund vier Wochen und kann sowohl beim Friseur als auch in einer DIY-Version zu Hause angewendet werden – perfekt, wenn du deinem Haar einfach wieder diesen „fresh vom Salon“-Look verleihen willst.
Farbmaske
Bei einer Farbmaske lagern sich die Pigmente temporär an der Haaroberfläche an, während pflegende Inhaltsstoffe das Haar mit Feuchtigkeit, Proteinen und mehr Glanz versorgen. Schon nach wenigen Minuten wirkt die Farbe wieder satter, lebendiger und gesund.
Gerade im Herbst lieben viele diese Anwendung, weil sie das Haar nach dem Sommer mit Sonne, Salz und Chlor deutlich revitalisiert aussehen lässt. Die Colour Refreshing Masks von PUR HAIR sind auf jede Haarfarbe abgestimmt – ob blond, braun, rot oder grau – und bringen in nur fünf Minuten neuen Glanz und strahlende Nuancen ins Spiel.
Häufige Fehler beim Auffrischen der Haarfarbe
Egal ob du zum ersten Mal einen Farbauffrischer ausprobierst oder darin schon etwas Routine hast – kleine Patzer können schnell passieren. Und plötzlich sieht das Ergebnis ganz anders aus als auf der Verpackung. Hier kommen die häufigsten Fehler beim Auffrischen deiner Haarfarbe und wie du sie ganz entspannt umgehst.
Ich weiß, man denkt schnell: „Ach komm, fünf Minuten länger – dann hält’s bestimmt besser.“ Leider funktionieren Auffrischungen nicht so. Wenn du die Maske zu lange drauflässt, kann das Ergebnis fleckig, zu intensiv oder ungleichmäßig werden. Doch zu kurz – und der Effekt bleibt kaum sichtbar.
Halte dich am besten an die angegebene Einwirkzeit auf der Verpackung. Wenn du unsicher bist, prüfe den Farbton zwischendurch an einer kleinen Strähne. So bleibst du auf der sicheren Seite und bekommst genau den Ton, den du willst.
Wenn du ein warmes, goldenes Blond hast und zu einer aschigen Maske greifst, kann das Haar schnell grünlich schimmern. Und umgekehrt – eine goldene Maske auf kühlem Aschblond kann Gelbstiche hervorrufen. Orientiere dich deshalb immer an deiner aktuellen Haarfarbe, nicht an deinem Wunschton. Teste lieber zuerst an einer unauffälligen Strähne.
Tipp für den perfekten Ausgleich:
Bei Gelb- oder Orangestich hilft eine Maske mit blauen oder violetten Pigmenten.
Bei Rot- oder Kupferstich wirkt eine Graphit Farbmaske neutralisierend.
Wenn du’s genau wissen willst, findest du in unserem Blogartikel zur Komplementärfarben-Lehre die perfekte Übersicht.
Wenn bei porösen Haarlängen noch Silikonen und Polymeren aus Stylingrückständen dazukommen, sind die Farbergebnis schnell verfälscht. Bevor du also eine Farbauffrischung in Angriff nimmst, sollte eine gründliche Reinigung vorgenommen werden.
Wasche es zwei Mal mit einem mildenProtein Shampoo, um Rückstände zu entfernen. So haften die Pigmente gleichmäßiger und du bekommst diesen traumhaften, satten Farbton und Glanz – statt Flecken oder Schatten.
Ich versteh’s ja – der frische Farbton sieht so schön aus, dass man ihn am liebsten dauerhaft hätte. Farbmasken sind zwar sanft, trotzdem lagern sich Pigmente und Filmbildner Schicht für Schicht an. Wird es zu oft angewendet – wirken die Farbnuancen zu intensiv und die Maske kann dein Haar schwer, platt und strähnig machen. Ein guter Rhythmus sind alle sechs bis acht Haarwäschen.
Bei Intensivtönungen gilt sogar noch mehr Vorsicht. Wenn du sie zu häufig verwendest, baut sich der Pigmentfilm auf und das Haar wird mit der Zeit nachdunkeln. Also in dem Fall lieber nur den Ansatz nachfärben und die Längen schonen.

Foto: Igor Korzh
Farbmaske richtig anwenden – Schritt für Schritt
1. Die richtige Farbnuance wählen: Starte am besten bei deiner Ausgangsfarbe, vor allem bei kühlen Nuancen. Pigmente bauen sich nämlich auf und du kannst die Intensität Schritt für Schritt steigern.
2. Haare vorbereiten: Wasche dein Haar zweimal mit einem silikon- und sulfatfreiem Shampoo, um Stylingrückstände und Öle zu entfernen. Die Farbmaske wirkt am besten auf sauberem, handtuchtrockenem Haar.
3. Treatment gleichmäßig auftragen: Zieh dir ein altes dunkles Shirt an, schnapp dir Handschuhe und trage die Maske strähnenweise mit einem Pinsel auf und kämme dein Haar gut durch. So gelingt dir ein gleichmäßiges Ergebnis.
4. Einwirkzeit & Kontrolle: Je nach gewünschter Intensität lässt du sie 5–15 Minuten einwirken. Checke zwischendurch eine Strähne, um den Farbton zu prüfen. Aus Erfahrungswerten können bei dunkleren Nuancen bereits 10 Minuten kräftige Auffrischungen erzeugen. Also lieber nochmal nachfärben als das Haar zu "überfärben".
5. Ausspülen & pflegen: Spüle die Maske gründlich mit lauwarmem Wasser aus, bis es klar bleibt. Danach musst du deine Haarpflege nur noch mit einem Rinse-Out Conditioner beenden oder ein Leave-in Conditioner verwenden.

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