Trockene Locken im Winter

Foto: Mikhail Nilov
Themen des Artikels
Locken spröder als Eiszapfen?
Kopfhautpflege – die häufig vergessene Basis
Mythos: Haare brechen bei Frost – stimmt das?
Warum lockiges Haar im Winter austrocknet
Trockene Heizungsluft ist saugstärker als jedes Zewa-Blatt
Die besten feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffe für dein lockiges Haar
Glycerin trocknet deine Haare aus?
Die perfekte Winter-Routine für Locken
Frisuren bei Minusgraden – Locken lieben’s cozy
Mützen mit Seidenfutter – der wahre Winter-Hack
Locken-Refresh für zwischendurch
Cozy Curls – deine Locken verdienen’s!
Veröffentlicht
01.12.2025
Lesezeit
9 min.
Autorin
Sydney Heine
Locken spröder als Eiszapfen?
Routine für die kuschlige Jahreszeit
Ich weiß nicht, wie’s dir geht – aber sobald die ersten kalten Tage kommen und die dicken Pullis aus dem Schrank wandern, erinnert mich mein Spiegelbild sofort an die letzten Winter. Knoten im Nacken, trockene Spitzen, eine widerspenstige Mähne und dazu noch eine juckende, trockene Kopfhaut. Der Winter ist eben unsere liebste Kuschelzeit, aber für Locken auch die herausforderndste Saison des Jahres. ❄️
Zum Glück musst du dich nicht zwischen Mütze und schöner Lockenpracht entscheiden. Mit der richtigen Winter-Haarpflegeroutine und der passenden Lockenpflege bringst du deine Locken cozy und gepflegt durch die kalte Jahreszeit.

Kopfhautpflege – die häufig vergessene Basis
Deine Kopfhaut ist das Fundament gesunder Locken. Das Klima hat großen Einfluss auf unsere Hautbalance. Ist es warm und feucht, speichert die Haut mehr Feuchtigkeit – wird die Temperatur dagegen niedriger und die Luft trockener, verliert sie diese schneller. Geringe Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperaturenführen dazu, dass sich ihre Schutzbarriere abschwächt. Der sogenannte TEWL (transepidermaler Wasserverlust) steigt – die Haut verliert also Feuchtigkeit. Dein Ansatz fettet weniger schnell, während deine Spitzen noch trockener werden, weil sie kaum noch mit Talg versorgt werden.
Weniger waschen: Vermeide häufige Haarwäschen – zweimal pro Woche reicht völlig aus.
Milde Shampoos verwenden:Am besten sulfatfrei und pH-neutral – wie das Organic Moisture Shampoo.
Lauwarmes Wasser: Achte auf milde Temperaturen und vermeide heißes Wasser. So bleiben natürliche Öle und pflanzliche Lipide auf der Haut und im Haar länger erhalten.
Eine wöchentliche Kopfhautmassage: Mit ein paar Tropfen reines pflanzliches Öl regt es die Durchblutung an und sorgt dafür, dass deine Locken von der Wurzel an stark wachsen.

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Mythos: Haare brechen bei Frost – stimmt das?
Du kennst bestimmt diese Videos, in denen Menschen bei –20 °C gefrorene T-Shirts in die Luft halten und sie dann einfach zerreißen – und angeblich soll das auch mit Haaren passieren? Ich kann dich beruhigen. Nein, das passiert nicht. Ich hab’s sogar ausprobiert (nein, nicht draußen, sondern im Tiefkühlfach 😅) – und meine Haare waren danach immer noch heil.
Das liegt an der unglaublich intelligenten Zusammensetzung unserer Haare. Das Hauptprotein Keratin hat keinen festen Gefrierpunkt – er liegt weit unter dem von Wasser, das bei etwa 0 °C gefriert. Wenn es also draußen eisig wird, kann das Wasser um die Haarfaser herum kristallisieren und gefrieren, aber die Haarstruktur selbst bleibt stabil. Das Haar an sich „gefriert“ nicht.
Nur in Ausnahmefällen zum Beispiel, wenn dein Haar schon stark geschädigt ist oder mechanischem Druck ausgesetzt wird (etwa durch scharfe Kanten der gefrorenen Eiskristalle) – kann es an diesen brüchigen Stellen reißen.
💡 Trotzdem gilt: Geh nicht mit nassen Haaren raus! Warum? Wenn dein Haar nass ist, enthält es mehr freies Wasser – und genau das leitet Kälte besonders gut. Die Feuchtigkeit verdunstet, die Kopfhaut kühlt schneller aus und dadurch wird die Durchblutung der Haarwurzeln schwächer. Das bedeutet weniger Nährstoffe und auf Dauer können die Haare dünner und kraftloser nachwachsen.
Trockne dein Haar also immer gut mit einem Mikrofaserhandtuch (das trocknet schonend durch weniger Reibung) und föhne oder diffuse anschließend auf mittlerer Temperatur. So bleiben deine Naturlocken geschützt, definiert und gesund – selbst wenn’s draußen knackig kalt ist.
Warum lockiges Haar im Winter austrocknet
Je niedriger die Temperaturen draußen werden, desto weniger Feuchtigkeit liegt in der Luft. Das liegt daran, dass kalte Luft Wasser im kondensierten Zustand schlechter halten kann. Das merkst du direkt am Zusand deiner Haut und deiner Haare.
Aber – und jetzt kommt das Schöne – es gibt auch einen positiven Effekt! Trockene, kalte Luft sorgt dafür, dass deine Locken länger definiert bleiben, wenn du sie richtig pflegst. Warum? Weil weniger Luftfeuchtigkeit bedeutet, dass sie weniger schnell aufquellen oder frizzig werden.
Mach’s wie bei deiner Skincare im Winter. Deine Haut braucht mehr Lipide (Fette) bei niedrigen Temperaturen – dein lockiges Haar genauso! Reichhaltigere Lockenpflege und eine mildere Reinigung sind jetzt das A und O.

Foto: Mikhail Nilov
Trockene Heizungsluft ist saugstärker als jedes Zewa-Blatt
Warme Luft kann deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als frostige. Das klingt erstmal harmlos, hat aber einen entscheidenden Nachteil. Sobald du heizt, „sucht“ sich die Luft ihre Wasserquellen – und das bist leider du selbst. Haut, Kopfhaut und Haare geben Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Durch dieses chemische Gleichgewicht zwischen Luft und Körperoberfläche entsteht ein regelrechter Feuchtigkeitstausch.
Dein lockiges Haar verliert an Sprungkraft, fühlen sich spröde an, das Gesicht und die Kopfhaut spannt und Widerspenstigkeit im Haar macht sich breit. Besonders bei Naturlocken das ohnehin weniger Talg an die Längen weitergibt, ist das schnell spürbar.
Stell dir ganz oldschool einen kleinen Luftbefeuchter wie einen beruhigend-plätschernden Zimmerbrunnen (max. +5 - 10 % Raumluftverbesserung in kleinen Räumen) neben die Heizung oder einen wohlduftenden Diffuser (effizienter) in den Raum. Das bringt die Raumluft ins Gleichgewicht und verhindert, dass sie dir buchstäblich die Feuchtigkeit aus den Haaren „klaut“.
Die besten feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffe für dein lockiges Haar
1. Feuchtigkeit spenden: Greif zu Pflege mit Aloe Vera, Ceramiden, Hyaluronsäure oder pflanzlichen Ölen. Sie geben deinem Haar Feuchtigkeit zurück und stärken die Schuppenschicht und Kopfhautbarriere.
2. Feuchtigkeit binden: Verwende sogenannte filmbildende Feuchthaltemittel. Inhaltsstoffe, die eine zarte Schutzschicht um deine Locken legen und verhindern, dass die Feuchtigkeit gleich wieder verdunstet.
3. Versiegeln & schützen: Schließe die Haarwäsche mit einem Leave-in-Produkt oder Haaröl ab – zum Beispiel dem Detangler . Es hält die Feuchtigkeit im Haar und verleiht deinen Locken extra Glanz.
Glycerin trocknet deine Haare aus?
Das ist nur halb richtig. Glycerin ist ein sogenannter Humectant – ein Feuchthaltemittel, das Wasser anzieht. Wenn die Luft sehr trocken ist, kann es theoretisch Feuchtigkeit aus tieferen Haut- oder Haarschichten ziehen, anstatt sie aus der Luft zu binden. Deshalb sind Konzentration und Kombination entscheidend.
In den meisten Kosmetik- und Haarpflegeprodukten wird Glycerin in einer Konzentration von 3 – 5 % eingesetzt – das ist ideal. Erst ab etwa 15 % könnte es austrocknend wirken. Hochwertige Formulierungen enthalten außerdem Lipide oder filmbildende Stoffe, die verhindern, dass die Feuchtigkeit verloren geht.

Foto: Mikhail Nilov
Die perfekte Winter-Routine für Locken
Step 1: Sanft reinigen
Starte mit einem milden, feuchtigkeitsspendenden Shampoo ohne Silikone, das deine Kopfhaut beruhigt und deine Locken sanft von Stylingrückständen befreit – ohne ihre natürliche Schutzschicht zu zerstören. Ich schwöre im Winter auf sulfatfreie Varianten mit pflanzlichen Aminosäuren und nährenden Ölen, die Feuchtigkeit bewahren und das Haar geschmeidig halten. Wenn deine Haare besonders trocken oder beansprucht sind, kannst du vor der Wäsche deine Haarlängen mit etwas Conditioner oder die Kopfhaut mit pflanzlichen Ölen „pre-pooen“. Das schützt zusätzlich vor Feuchtigkeitsverlust.
Step 2: Tiefenpflege & Aufbau
Nach jeder zweiten bis dritten Haarwäsche gebe ich meinen Curls durch eine intensive Protein- oder Feuchtigkeitsmaske die Bausteine zurück, die sie über die Tage verloren hat. Die Maske füllt die Feuchtigkeits- und Nährstofflücken wieder auf und stärkt die Haarstruktur spürbar.
Wenn du sogar colorierte Locken hast, ist eineFarbmaske für Haare dein absoluter Gamechanger – sie frischt die Nuancen der Haarfarbe auf, sorgt für Glanz und pflegt gleichzeitig tiefenwirksam.
UnsereOrganic Reconstructor Treatment oder Organic Moisture Treatment wirken wie ein Repair-Booster – sie reparieren, hydratisieren und machen dein trockenes Haar superweich.
Step 3: Conditioner & Versiegelung
Nach jeder Haarwäsche sollte IMMER ein Conditioner folgen. Er glättet die Schuppenschicht, versiegelt die Pflege und schenkt deinen Locken sofort bessere Kämmbarkeit. Mit dem Detangler gleitet dein Kamm ganz leicht durch nasses Haar – ganz ohne Ziepen oder Knoten-Stress.
Am Ende folgt der eigentliche Schutzschild, durch einen Leave-in-Conditioner oder ein filmbildendes Spray, das die Feuchtigkeit dort hält, wo sie hingehört.
Step 4: Styling & Definition
Jetzt geht’s mit der richtigen Methode ans Formen! Je nach gewünschtem Look kannst du dich für verschiedene Stylingprodukte entscheiden. Verteile das Produkt gleichmäßig mit den Fingern oder einem grobzinkigen Kamm und „scrunche“ die Locken sanft von den Spitzen nach oben – so bleibt ihre natürliche weiche Struktur erhalten.
Die Organic Blow Out Cream sorgt beim Trocknen mit Föhn oder Diffuser für geschmeidige, glänzende Locken mit natürlicher Bewegung.
Wenn du mehr Definition willst, ist die Beam Me Up Curl Cream dein bester Freund – sie pflegt cremig und hält die Locken länger in Form.
Für extra starken Halt kannst du zusätzlich denAir Bubbles Schaumfestiger oder das Mega Gel Strong einarbeiten.
Step 5: Das Finish
Zum Abschluss ein paar Tropfen eines pflegenden Öls in die Spitzen – z. B. mit Jojoba-, Argan- oder Macadamia-Öl. Sie wirken antistatisch, verhindern Frizz und verleihen deinen Locken seidigen Glanz. Es ist das i-Tüpfelchen deiner Haarpflege. Es versiegelt deine Haarfadern, schützt vor Frizz, Feuchtigkeitsverlust und elektrostatischer Aufladung – perfekt, wenn du ständig Mützen auf- und absetzt.
Unser Organic Healing Oil riecht himmlisch nach sanfter Vanille und verleiht den Haaren einen seidigen Glanz, ohne sie zu beschweren.
Inhaltsstoffe, auf die du jetzt setzen solltest
Aloe Vera: Spendet tiefenwirksam Feuchtigkeit und wirkt beruhigend auf die Kopfhaut.
Leinsamen-Extrakt: Bildet einen natürlichen Film, der dein spiralförmiges Haar besonders stark zusammenhält.
Shea Butter & Mandelöl: Glätten die Haarstruktur und spenden wertvolle Lipide.
Hydrolysierte Proteine und Aminosäuren: Stärken das Haar von innen und binden Wasser.
Xanthan Gum & Guar Gum: Machen das Haar geschmeidig und reduzieren Frizz.
Pentylenglykol: Bindet Feuchtigkeit langanhaltend.

Foto: Tatiana Syrikova
Frisuren bei Minusgraden – Locken lieben’s cozy
Dicke Pullis sind für Locken eine echte Herausforderung. Kaum eine Jahreszeit verursacht mehr Reibung und genau die ist Gift für deine Haarstruktur. Wollmäntel, Schals, Rollkragenpullis oder Hoodies reiben ständig an deinen Haaren, besonders im Nackenbereich. So entstehen schnell Knoten, Frizz und kleine Bruchstellen, bei denen manchmal nur noch die Schere helfen kann – der absolute Locken-Albtraum!
Trag deine Haare bei besonders kritischen Kleidungsstücken am Besten hochgesteckt oder geflochten. Ein lockerer Dutt, Braids oder sanfte Flechtfrisuren lassen deine Locken über den Tag „Winterschlaf“ halten und verhindern, dass sie ständig an der Kleidung scheuern. Verzichte außerdem auf straffe Frisuren – enge Zöpfe oder Dutts belasten die Haarfasern zusätzlich, gerade wenn sie durch den Frost schon empfindlicher sind.
Wenn du dein Haar trocken föhnst, verwende unbedingt einen Diffusor auf mittlerer Temperatur, um deine Locken zu schonen und vor Schäden durch Hitze zu schützen. So bleiben sie definiert und du vermeidest, dass die äußere Schuppenschicht zu stark austrocknet.

Foto: Mikhail Nilov
Mützen mit Seidenfutter – der wahre Winter-Hack
Wir Lockenköpfe kennen dieses Problem nur zu gut. Nach der Mütze liegen die Locken platt oder noch schlimmer, sie sind plötzlich aufgefrizzt. Zum Glück gibt es mittlerweile seidige oder satinierte Mützen und Stirnbänder, die dein trockenes Haar wie ein Schutzmantel umhüllen. Das glatte Innenfutter verhindert Reibung, Frizz und elektrostatische Aufladung beim Auf- und Absetzen. So bleiben deine Locken geschmeidig und behalten ihre Form.
Locken-Refresh für zwischendurch
Wenn deine Locken tagsüber an Geschmeidigkeit verlieren und du das Gefühl hast, dass sie austrocknen, verteile einfach etwas Leave-in Conditioner oder ein Gemisch aus Wasser mit ein paar Tropfen Conditioner in die Längen und knete sie sanft durch. Dieser kleine „Refresh“ lässt dein lockiges Haar sofort wieder weich, glänzend und definiert wirken.
Cozy Curls – deine Locken verdienen’s!
Und wenn du’s dir zu Hause so richtig gemütlich machst – mit warmen Kakao, Romcom, Kuscheldecke und Kerzenschein – denk kurz an deine Locken. Denn selbst die coziesten Abende können ihnen zusetzen durch Sofakissen, flauschige Pullis oder raue Bezüge. Sie verursachen Reibung, die deine Lockenoberfläche aufraut und Frizz entstehen lässt.
Achte beim Entspannen auf deine Locken und gib ihnen ein bisschen Luxus mit einem Satin-Kissenbezug oder einer seidenen Schlafhaube. Das Material ist superglatt, verhindert Reibung und bewahrt die Definition deiner Locken über Nacht. Ich nehm meinen Satin-Bezug sogar mit, wenn ich unterwegs bin – meine Freundinnen kennen mich schon gar nicht mehr ohne mein Cozy-Essential.
Mach’s dir also gemütlich, kuschel dich ein und denk dran.
Deine Locken sind nicht kompliziert, wenn du sie verstanden hast.

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