Auswirkungen der Formel von Hairspray auf die Haargesundheit
Bei Haarspray lohnt sich besonders bei feinem, trockenem oder bereits strapaziertem Haar ein genauer Blick auf die INCI-Liste. Denn nicht jeder Inhaltsstoff ist grundsätzlich problematisch. Entscheidend sind Konzentration, Kombination und die Häufigkeit der Anwendung.
Stylingpolymere | Wichtig für den Halt
Für den Halt eines Haarsprays sorgen sogenannte filmbildende Polymere. Typische INCI sind beispielsweise PVP, VP/VA Copolymer, Acrylates Copolymer, Acrylates/t-Butylacrylamide Copolymer oder andere Acrylat- und Vinylpolymere. Ohne solche Filmbildner würde ein klassisches Haarspray kaum zuverlässig fixieren.
Gerade bei feinem Haar kann eine sehr hohe Konzentration stark fixierender Polymere jedoch schneller spürbar werden. Der entstehende Stylingfilm kann das Haar steifer machen und bei wiederholtem Nachsprühen dazu führen, dass sich mehrere Produktschichten auf der Haaroberfläche sammeln. Das Haar kann dadurch weniger beweglich, matter oder schwerer wirken. Insbesondere sehr starke Haarsprays solltest du deshalb lieber gezielt und sparsam verwenden.
PVP ist beispielsweise ein klassischer Filmbildner in Stylingprodukten. VP/VA Copolymer und verschiedene Acrylates Copolymere werden ebenfalls eingesetzt, um Halt, Flexibilität und Feuchtigkeitsbeständigkeit des Stylings zu steuern. Entscheidend ist deshalb nicht, diese Stoffe grundsätzlich zu vermeiden, sondern ob die gesamte Formulierung zum eigenen Haartyp passt.
Silikone | Auf die Art des Silikons kommt es an
Auch Silikone sind nicht grundsätzlich schlecht für das Haar. Inhaltsstoffe wie Dimethicone, Amodimethicone oder Dimethiconol können die Haaroberfläche glätten, Reibung reduzieren und für mehr Glanz und bessere Kämmbarkeit sorgen.
Bei sehr feinem Haar können insbesondere stärker haftende oder schwerer auswaschbare Silikone jedoch bei regelmäßiger Anwendung zu einer stärkeren Ablagerung auf der Haaroberfläche beitragen. Das Haar kann sich dann schwerer anfühlen und schneller an Volumen verlieren.
Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf das jeweilige Silikon. Dimethicone und Amodimethicone lagern sich beispielsweise bevorzugt an geschädigten Bereichen der Haaroberfläche an. Während flüchtige Silikone wie Cyclopentasiloxane nach der Anwendung größtenteils verdunsten und deshalb ein deutlich leichteres Finish hinterlassen können.
Wenn dein feines Haar schnell platt oder beschwert wirkt, können leichte oder silikonreduzierte Stylingformulierungen daher die bessere Wahl sein.

Alcohol Denat. und Ethanol | Besonders bei trockenem Haar aufpassen
Alcohol Denat. beziehungsweise Ethanol steht bei vielen Haarsprays weit oben auf der INCI-Liste. Das hat einen praktischen Grund, denn Alkohol dient als Lösungsmittel. Es sorgt für einen feinen Sprühnebel und verdunstet nach dem Auftragen besonders schnell.
Das macht Alkohol nicht automatisch schädlich. Bei sehr trockenem, blondiertem, porösem oder bereits stark strapaziertem Haar kann eine häufige Anwendung stark alkoholbasierter Stylingprodukte jedoch dazu beitragen, dass sich das Haar trockener oder spröder anfühlt.
Steht Alcohol Denat. an einer der ersten Positionen der INCI-Liste und verwendest du das Haarspray täglich oder mehrfach am Tag, solltest du bei trockenem Haar deshalb besonders darauf achten, wie deine Haare darauf reagieren.
Bei Haarspray lohnt sich besonders bei feinem, trockenem oder bereits strapaziertem Haar ein genauer Blick auf die INCI-Liste. Denn nicht jeder Inhaltsstoff ist grundsätzlich problematisch – entscheidend sind Konzentration, Kombination und die Häufigkeit der Anwendung.
Duftstoffe | Können bei empfindlicher Kopfhaut relevant sein
Auch Duftstoffe können einen Blick wert sein. Vor allem dann, wenn du zu einer empfindlichen Kopfhaut neigst oder Haarspray regelmäßig direkt in Ansatznähe verwendest. Auf der INCI-Liste findest du beispielsweise Parfum, Linalool, Limonene, Citral oder Geraniol. Insbesondere Oxidationsprodukte von Linalool und Limonene sind als mögliche Kontaktallergene bekannt.
Für die Haarfaser selbst sind diese Duftstoffe nicht automatisch problematisch. Bei empfindlicher oder bereits gereizter Kopfhaut kann es jedoch sinnvoll sein, stärker parfümierte Stylingprodukte nicht direkt auf die Kopfhaut zu sprühen.
Styling-Ideen für mehr Fülle
Du möchtest feines Haar optisch voller wirken lassen? Dann kombiniere die richtige Stylingtechnik mit leichten Produkten.
Ein klassischer Blow-out mit Rundbürste bringt Bewegung in Längen und Ansatz. Besonders effektiv ist es, das Haar zunächst entgegen seiner natürlichen Fallrichtung zu trocknen.
Auch ein leicht versetzter Scheitel kann sofort mehr Fülle erzeugen. Da die Haare nicht in ihrer gewohnten Position liegen, stehen sie am Ansatz automatisch etwas stärker auf.
Für Wellen gilt: Große, lockere Bewegungen lassen feines Haar häufig voller erscheinen als sehr kompakte, stark definierte Locken. Nach dem Auskühlen kannst du die Wellen vorsichtig mit den Fingern auflockern und anschließend mit Haarspray fixieren.
Auch Hochsteckfrisuren profitieren von etwas mehr Textur. Besonders frisch gewaschenes, sehr glattes Haar lässt sich oftmals leichter stylen, wenn du ihm vorher etwas Griffigkeit durch z.B. Volumenpuder verleihst.
Haarspray-Tipps für langanhaltenden Halt
Damit dein Styling möglichst lange hält, kommt es nicht auf möglichst viel Produkt an.
1. Haare vollständig trocknen: Restfeuchtigkeit kann dazu führen, dass das Styling schneller seine Form verliert.
2. Haar in Form bringen und auskühlen lassen: Nach dem Föhnen oder Formen sollte das Haar seine neue Position zunächst stabilisieren können.
3. Haarspray in dünnen Schichten auftragen: Mehrere leichte Sprühnebel lassen sich bei feinem Haar besser kontrollieren als eine dicke Produktschicht.
4. Den passenden Haltegrad verwenden: Für natürliche Stylings reicht häufig Medium Hold. Für Hochsteckfrisuren und besonders definierte Looks darf es Extra Strong sein.
5. Nicht ständig nachsprühen: Mehr Produkt bedeutet nicht automatisch mehr Volumen. Irgendwann kann das zusätzliche Gewicht sogar das Gegenteil bewirken.